Ev.-luth. Kreuzkirche Göttingen
Die Kreuzkirche, von dem Göttinger Architekten Diez Brandi geplant und in den Jahren 1961/62 erbaut, ist im Gegensatz zu anderen Sakralbauten dieser Zeit von Anfang an in ein Gesamtkonzept mit den um liegenden Schulen eingebettet gewesen. Ein nach südländischem Vorbild konzipierter Innenhof, der vom Gemeindehaus zur Kirche sanft ansteigt, bildet das geheime Zentrum. Unterstrichen wird das durch den Laubengang, fast ein klösterliches Element. Das Kirchengebäude ist nahezu quadratisch. Dieser Eindruck wird noch durch die offen gelassene Betonpfeilerkonstruktion unterstrichen. Sie bildet gleichsam eine Art Baldachin über der feiernden Gemeinde. Es gibt keinen abgetrennten Altarraum, vielmehr ist gerade die so wichtige Ostseite betont schlicht und nur durch das monumentale barocke Holzkruzifix geprägt. Hierbei handelt es sich um ein Geschenk der Erben Herman Nohls, nach dem auch die angrenzende Schule benannt ist. Das hinter der kruzifixtragenden Wand befindliche Rosettenfenster wirft indirektes Licht auf den Altar. Zum ersten Mal in Göttingen machte der Architekt von der damals neuartigen Betonverglasung Gebrauch. Stark farbiges, dickes Glas wurde in Betonrippen eingesintert. Die so entstehenden Beton-Glas-Platten bildeten den Aufbau der Seiten- und Rückwände. Aus der Glockengießerei Kurtz in Stuttgart stammen die beiden Bronzeglocken unserer Kirche. Die g'-Glocke wiegt 852 kg und hat einen Durchmesser von gut einem Meter. Die kleinere b'-Glocke wiegt 516 kg bei einem Durchmesser von 92 cm. Auf der großen Glocke steht: "Es sei ferne von mir, mich zu ruehmen, denn allein von dem Kreuz Christi". Die Inschrift der kleineren Glocke lautet: "Seid froehlich in Hoffnung, geduldig in Truebsal, haltet an am Gebet".
Der wohl wichtigste historische Anknüpfungspunkt für die Namensgebung der Kreuzkirche war die ehemalige "St. Crucis-Kapelle" am Geismar Tor. Durch Schenkungen von Anselm von Einbeck im Jahre 1381 und Detmar von Hanstein im Jahre 1390 entstand ein Hospital mit dazugehöriger Kapelle. Beide waren eine Einheit mittelalterlicher Sozialfürsorge für mittellose Bürger und Durchreisende. Als Namenspaten stand außerdem noch die St. Pauli Kreuzkirche in Chemnitz, damals Patenkirche der St. Johannisgemeinde, mit in den Gründungspapieren.

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